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So, Mär

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Baudenkmal der schwedischen Moderne: Der Flughafen Bromma

Fassade

In vielerlei Hinsicht wirkt der nur wenige Kilometer vom Stockholmer Stadtzentrum entfernte Flughafen Bromma wie eine Zeitkapsel. Seine authentische Bausubstanz aus den 1930er Jahren, das kompakte, überschaubare Terminal und die kurzen Fußwege vom Vorfeld zu den Maschinen erinnern bis heute an die Exklusivität jener goldenen Ära der Propellerflugzeuge.

Die beiden prägenden, von Paul Hedqvist entworfenen Hauptgebäude stehen seit dem Jahr 2000 unter Denkmalschutz, da sie herausragende Beispiele des schwedischen Funktionalismus darstellen, einer architektonischen Bewegung von besonderer kulturhistorischer Bedeutung. Das 1935 errichtete, ursprüngliche Terminal Stationsbyggnaden (auf Deutsch: Stationsgebäude) wurde zwischen 2023 und 2025 umfassend modernisiert. Dabei galt es, die filigrane Stahl-Glas-Konstruktion mit ihren charakteristischen Fensterbändern zu bewahren und zugleich den heutigen Anforderungen an Komfort und Energieeffizienz gerecht zu werden. Die ehemals einfache Verglasung aus den 1950er Jahren wurde daher durch moderne FINEO-Vakuumverglasung ersetzt. Insgesamt wurden auf rund 850 Quadratmetern Fassadenfläche 1270 Glaselemente im Format 1100 x 750 Millimeter ausgetauscht.

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Bei seiner Eröffnung im Jahr 1936 zählte Bromma zu den modernsten Anlagen Europas und war der erste Flughafen mit einer vollständig betonierten Start- und Landebahn. Hedqvist übertrug die Maxime der klassischen Moderne „Form follows function“ auf die Architektur und ordnete Abläufe, Funktionsbereiche sowie Infrastruktur des ursprünglichen Terminalgebäudes so, dass die Prinzipien des skandinavischen Funktionalismus sofort erkennbar sind: klare Volumen, horizontale Gliederung, großflächige Verglasungen und der bewusste Verzicht auf Ornamente. Bis zur Fertigstellung des internationalen Flughafens Arlanda im Jahr 1962 blieb Bromma für Schweden das Tor zur Welt. In den 1950er Jahren wurde das Stationsbyggnaden erweitert und zu einer Abflughalle umgebaut. Vom Restaurant im ersten Stock über der Passagierhalle boten große Fensterfronten den Blick auf das Rollfeld.

Nach vielen Jahrzehnten intensiver Nutzung war die Stahl-Glas-Konstruktion dringend sanierungsbedürftig. Feuchtigkeitseintritt, Korrosion der Stahlprofile und Glasschäden kennzeichneten ihren desolaten Zustand. Ursache seien unter anderem Holzklötze unter den Innenfenstern gewesen, die Wasseransammlungen begünstigt hätten, sowie der porös gewordene, auf Leinöl basierende Originalkitt, der brüchig und feuchtigkeitsdurchlässig gewesen sei. Thomas Sjödin, Projektleiter bei Ryds Glas Stockholm, dem für die Fenstersanierung verantwortlichen Unternehmen, hat erklärt, dass das Gebäude unter Denkmalschutz stehe und bauliche Veränderungen an den Stahlprofilen ausgeschlossen gewesen seien. Sämtliche Arbeiten hätten sich exakt an den vorgegebenen Referenzbildern und Bestandszeichnungen orientieren müssen.

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Auch die Einfachverglasung stammte noch aus den 1950er Jahren und erfüllte längst nicht mehr die modernen Ansprüche an Energieeffizienz, Komfort und Betriebssicherheit. Die Wahl der neuen Verglasung sei somit sowohl denkmalpflegerisch als auch technisch eine hochkomplexe Aufgabe gewesen. Eine Dreifachverglasung mit hoher Wärmedämmleistung hätte etwa 35 bis 40 Millimeter Dicke gemessen und die historischen Profile überfordert. Um die historischen Fenster energetisch zu modernisieren, sei daher die speziell für Denkmalschutzprojekte entwickelte FINEO-Heritage-Serie zum Einsatz gekommen.

Sjödin hat erklärt, die schmalen FINEO-Glaseinheiten hätten perfekt in die filigranen Bestandsrahmen gepasst. Zudem hätten sie die denkmalpflegerischen Anforderungen erfüllt, da sie die optischen Eigenschaften und die Struktur des historischen Glases präzise nachbildeten. Die leicht unregelmäßige Oberflächenstruktur sowie die charakteristische Reflexion entsprächen dem Erscheinungsbild der Scheiben aus den 1950er Jahren. Erreicht worden sei dies durch Auflaminieren eines vier Millimeter starken Restaurierungsglases von SCHOTT auf 9,5 Millimeter starkes FINEO 10, was einer Gesamtdicke der neuen Elemente von nur 13,5 Millimetern entspreche. Die Isolierglaseinheiten bestünden aus zwei Scheiben extra klarem Clearvision Glas von AGC, das sich durch eine besonders hohe Lichtdurchlässigkeit auszeichne.

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Neben der optischen Authentizität sei die energetische Leistung entscheidend gewesen. Roland Skomda, Vertriebsleiter DACH für FINEO von AGC, hat betont, dass FINEO bereits ab einer Mindestdicke von 6,7 Millimetern U-Werte von 0,7 W/m2K erreiche, die sonst nur mit Dreifachverglasungen möglich seien. Damit würden sich neue Möglichkeiten für die energetische Ertüchtigung sensibler Bestandsgebäude eröffnen.

Skomda hat erläutert, dass das funktionale Herzstück der Vakuumverglasung FINEO ein 0,1 Millimeter dünner Vakuumraum zwischen zwei Glasscheiben sei. Anders als bei konventionellen Vakuumgläsern gebe es keine Evakuierungsöffnung, sondern der Glasrand werde hermetisch verschmolzen. Dies garantiere dauerhafte Dichtigkeit ohne Wartung, bessere Durchsicht und bewahre den filigranen historischen Charakter der Glasfassade.

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Die Vakuumverglasung habe bei der Sanierung in Bromma weitere Eigenschaften geboten, die für die großformatigen Fensterbänder der Abflughalle relevant gewesen seien: Dank der stärkeren Glasdicken sei die Statik auch bei größeren Scheibenformaten gewährleistet geblieben, ohne dass die vorhandenen Stahlprofile hätten angepasst werden müssen. Gleichzeitig hätten sich Anforderungen an Sonnen-, UV- und Schallschutz integrieren lassen, ohne die historische Erscheinung der Fassade zu beeinträchtigen.

Clément Lemoine, Product and Market Manager bei FINEO von AGC, hat erklärt, dass FINEO Heritage in enger Zusammenarbeit mit führenden Anbietern von Restaurierungsgläsern entstanden sei, die im traditionellen Fourcault-Verfahren hergestellt würden. Mit fünf Glasarten könne man die typischen Verglasungen der Epochen von 1880 bis heute abbilden.

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Die Sanierung der Stahl-Glas-Fassade begann mit der vollständigen Entrostung der bestehenden Profile. Anschließend wurden sie mit einer speziellen Korrosionsschutzfarbe neu beschichtet. Insgesamt entfernte das Team von Ryds Glas mehr als 3500 verrostete Schrauben, die durch neue Edelstahlschrauben ersetzt wurden. Da die Fassade unmittelbar an die Start- und Landebahn grenzt, konnte kein Kran eingesetzt werden. Sämtliche Scheiben mussten daher per Seilwinde oder von Hand in die Konstruktion gehoben werden.

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Lemoine hat ergänzt, dass die Entscheidung für die Vakuumverglasung auch unter Nachhaltigkeitsaspekten überzeugt habe. Vakuumglas komme ohne Edelgase aus und benötige durch seinen sehr schlanken Aufbau deutlich weniger Material als herkömmliche Zwei- oder Dreifachverglasungen. AGC sei zudem der erste Hersteller, der für FINEO sowohl die CE-Kennzeichnung als auch die allgemeine Bauartgenehmigung des DIBt erhalten habe. FINEO sei außerdem das erste und einzige Vakuum-Isolierglasprodukt mit einer extern überprüften EPD, das in der Low-Carbon-Variante einen herausragend niedrigen Wert von 18,9 kg CO2-Äquivalent pro Quadratmeter erreiche. Diese standardisierte und verifizierte Bewertung verschaffe einen entscheidenden Vorteil bei Projekten sowie in Regionen mit hohen Nachhaltigkeitsanforderungen. Langzeittests belegten darüber hinaus eine thermische und akustische Leistungsfähigkeit von mehr als sechzig Jahren. Abschließend hat Lemoine festgestellt, dass Beispiele wie die Sanierung in Stockholm zeigten, wie sich historische Gebäude mit dieser Technologie energetisch deutlich verbessern ließen, ohne ihren Charakter zu verlieren.

www.agc-glass.eu, www.agc-yourglass.com, www.agc-automotive.com

 


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