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Do, Feb

Kaufhausfassade in Braunschweig

Fassade
Das Bekleidungsunternehmen New Yorker hat 1971 sein erstes Geschäft eröffnet und betreibt heute über 670 Filialen in 25 europäischen Ländern. Hinzu kommen Shops in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Seine weltweit größte Filiale hat das Unternehmen jetzt in Braunschweig eröffnet. Das neue Kaufhaus, heute heißt das Flagship-Store, verfügt über eine Verkaufsfläche von über 3000 m² und ist in einem fünfgeschossigen Gebäude aus dem späten 19. Jahrhundert untergebracht.

Karsten K. Krebs Architekten aus Hannover befreiten das Gebäude von den Umbauten der Fünfziger bis Achtziger Jahre. Über dem durchgängigen Schaufensterband im Erdgeschoss erhebt sich die bestehende Fassade mit großen Fensterfeldern und einer vorgebauten Glasfassade. Diese gleicht einem filigranen, rautenförmigen Netz und besteht aus einer asymmetrischen Pfosten-Riegel-Konstruktion aus Stahlprofilen. Montiert wurde sie in einem Abstand von 0,50 m vor der Bestandsfassade, den oberen und unteren Abschluss bilden waagerechte Verglasungen.

Die Profile wurden vorgefertigt und oberflächenbeschichtet auf die Baustelle geliefert und dort nicht verschweißt, sondern mit Hilfe von biegesteifen Steck- und Schraubverbindungen montiert. Eigens entwickelte Verbindungsteile ermöglichten, dass die Riegel nach dem Zusammenstecken mit den Pfosten nicht sichtbar verschraubt werden konnten. So blieb die Geometrie der spitzwinkeligen Anschlüsse sichtbar, Schweißnähte und Schrauben hätten die filigrane Optik erheblich beeinträchtigt.

Die verwendeten Profile haben eine Ansichtsbreite von 60 mm und eine Profiltiefe von 135 mm. Die schräg verlaufenden und aus einem Stück gefertigten Pfosten sind rund 11 m lang. Den oberen Abschluss der Stahl-Glas-Konstruktion bilden Abdeckleisten, die bei den Pfosten als halbrundes und bei den Riegeln als flacheliptisches Profil zum Einsatz kamen.


Das System zeichnet sich trotz seiner filigranen und transparenten Konstruktion durch hohe statische Belastbarkeit und Langlebigkeit aus. Es besitzt einen Wärmedurchgangskoeffizienten von U >= 1,4 W/m²K, eine Schlagregendichtheit von 600 Pal sowie eine Widerstandsfähigkeit bei Wind von 1.250 Pa.

Die Glasfassade besteht aus etwa 250 einzelnen Scheiben, die rund 80 verschiedene rhomboide Formen aufweisen. Die komplett in Schwarz gestrichene Front kontrastiert mit der zweifarbigen – ebenfalls schräg verlaufenden – Farbgestaltung der Fensterlaibungen. Geht man auf den Haupteingang zu, erscheinen die Fensteröffnungen grün, kommt man aus der entgegen gesetzten Richtung, erscheinen sie rot.

Ein weiteres Highlight befindet sich über dem an der Gebäudeecke liegenden Haupteingang. Über dem New Yorker Schriftzug wurde hier eine ca. 6,00 x 13,00 m große LED-Mediawand installiert, die für Eigenwerbung, aber auch für Kultur-, Sport- und Musikereignisse genutzt werden kann.

Rund 13 Mio. Euro hat das Bekleidungsunternehmen New Yorker in seinen neuen Flagship-Store investiert.

RP Technik, www.rp-technik.com

Die ins Auge fallende Dachkonstruktion greift das Thema der lebendigen Dachlandschaft des Bestandsgebäudes auf und setzt sie auf eine ganz eigene Weise um. Foto: Studio Jil Bentz

Projekte (d)

Solarfassade des neuen Verwaltungsgebäudes der Stadtwerke Gronau. Bildquelle: Mario Brand Werbefotografie

Fassade

In Beelen ließ sich Oliver Spiekermann unter anderem von münsterländer Höfen inspirieren, wie er im Video erzählt. Foto: Architekten Spiekermann / KS-Original

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Die 2800 m² große Fassade des Montblanc-Besucherzentrums ist mit einem geschichteten Relief ausgebildet, das hinterleuchtet ist und in den dunklen Stunden der Gebäudehülle ein noch spektakuläreres Erscheinungsbild verleiht. Bildquelle: Roland Halbe

Hochbau

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