22
Mai

Vordächer am Lincoln Center for the Performing Arts in New York

Fassade

Weit auskragende gläserne Vordächer betonen die Eingangssituationen der Avery Fisher Hall (rechts) und des David H. Koch Theater (links im Vordergrund)'

Das Lincoln Center for the Performing Arts wurde Ende der 50er Jahre errichtet und ist das bedeutendste und bekannteste kulturelle Zentrum von New York. Der über sechs Hektar große Kulturkomplex beherbergt unter anderem die weltberühmte Metropolitan Opera mit ihren fast 4000 Sitzplätzen. Daneben stehen das 1964 von Philip Johnson erbaute David H. Koch Theater, das sowohl das New York City Ballet als auch die New York City Opera beherbergt, und die 1962 fertig gestellte Avery Fisher Hall. Zurzeit wird der komplette Straßenblock des Lincoln Centers in Manhattan von den New Yorker Künstlern und Architekten Diller Scofidio + Renfro neu gegliedert.

Zwei weit auskragende gläserne Vordächer strukturieren den öffentlichen Raum am Josie Robertson Plaza und betonen die Eingangssituationen der Avery Fisher Hall und des David H. Koch Theater auf unübersehbare Weise. Die markanten gläsernen Vordächer reichen über den Bürgersteig hinweg bis an die Columbus Avenue und laden Vorübergehende ein, in die Welt der Künste einzutreten.

Diller Scofidio + Renfro fügten zwei elegante und gestalterisch identische Stahlskulpturen behutsam an die Architektur der Avery Fisher Hall und das David H. Koch Theater an. So leicht und elegant die Konstruktion auch scheinen mag, die Ingenieursleistung ist immens und sprengt den üblichen Rahmen deutlich. Die Architekten wandten sich mit ihrem Entwurf an die Glasspezialisten von sedak, die in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Ingenieuren Knippers Helbig GmbH sowohl die statische Berechnung als auch die Detailplanung übernahmen.

Die Doppelstützen sind über zwei statisch beanspruchte Glasscheiben miteinander verbunden'

Zwei aufwändig aus Einzelblechen geformte Stahlstützen gründen auf der Untergeschossebene, durchstoßen eine Fußgängerrampe und bilden den einzigen Auflagepunkt für die 27 Meter lange Konstruktion. In der Ansicht bilden beide Stützen ein stilisiertes Y. Sämtliche Horizontallasten der Konstruktion werden von diesen beiden Trägern aufgenommen und in die Betondecke der Fußgängerrampe abgetragen. Um die einwirkenden Kräfte aus den Windlasten gleichmäßig zu verteilen, sind die Stützen über zwei rahmenlose Verbundglasscheiben aus jeweils 4 x 12 mm Floatglas statisch wirksam miteinander verbunden.

Auf den beiden Stützen liegen zwei leicht nach außen gekippte, knapp über 27 Meter lange Stahlträger, die ebenfalls aufwändig aus Einzelblechen gefertigt wurden. Ein quer durch die Stahlträger gestecktes Rundrohr verbindet diese mit dem Gebäude und sorgt zusammen mit dem Y-Trägerpaar für die erforderliche Standfestigkeit.

Den beiden Trägern untergehängt sind großformatige Glasscheiben – zwölf 4,30 x 2,30 Meter große 4fach-VSGScheiben, von denen jede einzelne knapp 1,5 Tonnen wiegt. Sie werden an nur vier Punkten über eigens entwickelte Punkthalter aus hochfestem Werkstoff abgehängt. Anschließend mit Zwei-Komponenten-Injektionsmörtel kraftschlüssig vergossen, bilden Glas und Stahl einen statisch wirksamen Verbund. Jede Scheibe ist mit einem leichten Gefälle versehen und entwässert ohne Rinne zur Seite. Aufgrund der leichten seitlichen Neigung der Kragträger, die zudem nicht parallel laufen und der Neigung der Einzelscheiben ist jeder Punkthalter eine Einzelanfertigung.

Eingang der Avery Fisher Hall'

Das statische Konzept der Vordächer erforderte eine hohe Passgenauigkeit der unterschiedlichen Bauteile. Die üblichen Bautoleranzen von 3 bis 5 Millimeter für Stahlbauten mussten bei diesem Projekt deutlich unterschritten werden. Die Vorgabe lag bei ± 1,5 Millimeter für die montierte Konstruktion. Bereits im Vorfeld galt es die zu erwartenden starken Verformungen durch das Eigengewicht der Scheiben von 18 Tonnen zu berücksichtigen. Die Stahlträger wurden deshalb mit Hilfe von Schablonen passgenau zusammengesetzt und in Längsrichtung überhöht hergestellt. Vor dem Verschweißen der Nähte musste man die Träger mit Hilfe von Heizmatten gleichmäßig auf 160 Grad erwärmen. Um die notwendigen hochfesten Schweißnähte verformungsfrei herzustellen wurden die Heizmatten immer nur partiell entfernt und nach dem Schweißen einer Teilnaht unmittelbar wieder platziert. Nach exakt berechnetem Montageplan errichtet, zeigen die 40 Tonnen Stahl und Glas eine perfekt horizontal verlaufende Linie und betonen als transparente architektonische Geste den einladenden Charakter der beiden Kulturbauten.

Objekt: Lincoln Center Canopies, New York / USA
Glas: seele sedak GmbH & Co. KG, www.sedak.com
Architekten: Diller Scofidio + Renfro, New York / USA, www.dsrny.com
Statik: Knippers Helbig GmbH, Stuttgart, www.khing.de
Fotos: seele sedak GmbH & Co. KG / Andreas Keller Fotografie


Anzeige AZ-GC1-728x250 GAS

Um die Exponate vor schädlichem Licht zu schützen, haben die Architekten die Zahl der Fenster eingeschränkt. Umso identitätsstiftender ist daher das große Fenster zum Dom, das von außen einen gezielten Einblick ins Innere des Museums bietet und umgekehrt von Innen am Ende des Rundgangs einen Blick in die historische Altstadt von Regensburg. Foto: Alexander Bernhard

Fassade

Flachdachentwässerung von A wie Attikaentwässerung bis S wie Sanierung. Umfangreiche Information und Praxisunterstützung in allen Einsatzbereichen.

Unternehmen

In Bad Homburg vor der Höhe entstand auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs ein modernes Bürogebäude in außergewöhnlichem Erscheinungsbild samt einer Fassade mit Wiedererkennungswert. Foto: Hopermann Fotografie/FREYLER

Fassade

Ein Spacer aus Glas: Mit „sedak isopure“ entstehen Isoliergläser, die Transparenz bis zur Fuge bieten. Foto: sedak GmbH & Co. KG | René

Fassade

Im Profilglas kommt die transluzente Wärmedämmung TIMax GL-PlusF und die Sonnenschutzeinlage TIMax Mesh in schwarz zum Einsatz. Fotograf: Meike Hansen, Hamburg

Fassade

Am von der Sto-Stiftung geförderten Praxis-Workshop nahmen 2018 Studierende aus insgesamt 10 Nationen teil und lernten den Umgang mit modernen Wärmedämmverbundsystemen. Foto: Sto-Stiftung / Christoph Große

Unternehmen

Schallschutz-Broschüre zur DIN 4109

Premium-Advertorial

Anzeige AZ-C1a-300x250 R8

Anzeige AZ-C1b-300x600 R8
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen