16
Jan

Die Topographie der Fassade

Projekte (d)

Der Tagebau Hambach 40 Kilometer westlich von Köln ist mit einer Maximalgröße von 8.500 Hektar und 299 Metern Tiefe der größte Braunkohletagebau Deutschlands. Rund 40 Mio. Tonnen Braunkohle werden hier pro Jahr gefördert. Das an der künftigen Abbaugrenze des Tagebaus errichtete Forum :terra nova dient als Informations- und Ausstellungszentrum über den Tagebau sowie als Bistro und Veranstaltungsgebäude für die umliegenden Gemeinden. Es entstand im Auftrag des Unternehmens RWE Power AG als erstplazierter Entwurf eines internationalen Wettbewerbs.

Der Zweck des Gebäudes veranlasste lüderwaldt architekten, das Thema Topographie auch architektonisch aufzugreifen: Die Fassade des Forums besteht aus schichtweise eingefülltem, farbigem Beton, wodurch sie an den Schnitt durch unterschiedlich gefärbte Erdschichten und Kohleflöze erinnert, den man auch unweit des Forum:terra nova bestaunen kann: Die einige hundert Meter tief aufgeschnittene Erdkruste des Tagebaus erlaubt den Blick bis hinab ins Erdzeitalter der Saurier vor 5 bis 25 Millionen Jahren.

Inspiriert vom Motiv der Flöze versetzten lüderwaldt architekten den für die Fassade verwendeten Betonkies vor seiner Verarbeitung mit wechselnden Farbpigmenten, wodurch sieben unterschiedliche Schichtfarben entstanden. Um den Eindruck eines rauen, ursprünglichen Felsblocks zu verstärken, ließen die Architekten die Fassade nach ihrer Fertigstellung fräsen.

Entwurfskonzept

Ganz anders das Innere: im Gegensatz zu den rauen Außenflächen findet man hier exakt geschalte, glatte Sichtbetonoberflächen, ergänzt um Einbauten aus Holz, Leder und Glas. Eine kassettenförmige Tageslichtdecke erhellt das zentrale, zweigeschossige Atrium mit dem Bistro, den Hauptraum des Forums. Im Obergeschoss befinden sich beidseits des Atriums Ausstellungs- und Vortragsräume.

Entwicklungsphasen
Grundrisse, Schnitt

Sie sind verbunden durch den mit fernrohrartigen, runden Fenstern perforierten »Fernsichtgang«, der fokussierte Ausblicke in die Tagbaulandschaft erlaubt. Mit seinen asymmetrisch angeordneten Bullaugen in einer ansonsten geschlossenen, strengen Kubatur sucht das Gebäude die Balance zwischen Zurückhaltung und der einladenden Offenheit eines Informationszentrums. Der oberirdische Teil des Gebäudes ist als in sich ausgesteifter Baukörper konstruiert, der frei auf 14 nachjustierbaren Einzelfundamenten steht. Falls es infolge der Tagebauaktivitäten zu Bodensetzungen kommt, lassen sich diese Fundamente hydraulisch nachjustieren.

Bauherr: RWE Power AG
Architekt: lüderwaldt architekten, www.luederwaldt-architekten.de
Projektteam Dirk Lüderwaldt, Christina Enke, Ulrich Bartelt, Felix Engelhardt, Irene Plachetka, Friedrich Bruncken
Landschaftsarchitekt: Dirk Melzer Landschaftsarchitekt

Grafiken: lüderwaldt architekten
Fotograf: Anja Schlamann, www.schlamann.com

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