Anzeige AZ-A2-728x90
Start Magazin Architektur + Kunst Die Londoner U-Bahn: Architektur pur

Die Londoner U-Bahn: Architektur pur

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-baker-street-1.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-baker-street-2.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-baker-street-3.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-baker-street-4.jpg

Die Londoner U-Bahn ist die älteste U-Bahn der Welt. Und jeder verbindet etwas mit dem Namen von Stationen wie Baker Street, Tottenham Court Road oder Canary Wharf. Die Kulturexperten von The London Pass haben sich deshalb die Stationen der Londoner U-Bahn einmal unter einem anderen Gesichtspunkt angesehen – als wichtige Zeugnisse ihrer jeweiligen Zeit und als Werke namhafter Architekten und Künstler, an denen man nicht achtlos vorbeilaufen sollte.

Von Anfang an war die U-Bahn nicht nur eine technische Glanzleistung, denn auch Architekten und Künstler wurden und werden mit ihrer Gestaltung beauftragt. Deshalb ist die U-Bahn nicht nur für Besucher wichtig, die bequem zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten gelangen wollen, sondern auch für Architektur- und Kunstinteressierte. Viele Stationen sind nämlich selbst einen Besuch wert. Die Initiative Art in the Underground sorgt zudem regelmäßig für spannende Kunstprojekte in den Stationen.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-canary-wharf-1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-canary-wharf-2.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-canary-wharf-3.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-canary-wharf-4.jpg

Zunächst jedoch noch ein kurzer Blick auf eine Innovation, die weltweit übernommen wurde: der Streckennetzplan. Er wurde 1933 von dem technischen Zeichner Harry Beck erstellt, der damals in der Signalabteilung der U-Bahn arbeitete. Inspiriert von seinen Stromlaufplänen schuf er ein einfaches, übersichtliches Diagramm, das bis heute die Orientierung in dem riesigen Netz ermöglicht.

Stationen vom Beginn des 20. Jahrhunderts
Der englische Architekt Leslie William Green (05.02.1875 – 31.08.1908) wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit dem Bau von Dutzenden von Stationsgebäuden beauftragt. Er konnte den Auftrag innerhalb von vier Jahren abschließen. Zahlreiche seiner Werke sind noch erhalten, zum Beispiel Belsize Park und Russel Square Station. Ihnen gemeinsam sind die typischen rot gekachelten Fassaden, die halbrunden Fenster im ersten Stock sowie das Fliesendesign im Inneren mit den Stationsnamen.

Der Architekt Charles Holden
Charles Holden (12.05.1975 – 01.05.1960), ein Zeitgenosse Greens, ist vor allem durch seine von der Moderne beeinflussten Gebäude bekannt. Auch er hat mehrere Stationen entworfen, eine der bekanntesten ist Southgate. Diese Station ist wohl die futuristischste unter ihnen, da sie aussieht, als wäre eine fliegende Art-déco-Untertasse an der Piccadilly Line gelandet. Gants Hill Station, die erst nach dem Krieg 1947 fertiggestellt werden konnte, erinnert stark an die Sowjetarchitektur der Moskauer Metro.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-southwark-1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-southwark-2.jpg

Baker Street und Sherlock Holmes

Die älteste U-Bahn-Station ist Baker Street, sie wurde 1863 für die Metropolitan Railway gebaut. Als wichtiger Knotenpunkt verschiedener Linien musste sie jedoch immer wieder umgebaut und erweitert werden. Natürlich denkt bei Baker Street jeder zuerst an Sherlock Holmes und so ist das Profil des pfeifenrauchenden, von Conan Doyle geschaffenen Detektivs überall auf den Kacheln zu sehen. 1980 wurde der älteste Teil dieser riesigen Station restauriert und erinnert wieder an die Zeit von 1863.

Leytonstone Station – Gedenken an Alfred Hitchcock
Auch diese Station erinnert an eine berühmte Persönlichkeit (wenn auch keine literarische): Anlässlich des 100. Geburtstags des weltberühmten Meisters der Spannung Alfred Hitchcock, der 1899 in Leytonstone geboren wurde, erhielt der Greenwich Mural Workshop den Auftrag, eine Reihe von Mosaiken über Hitchcocks Leben und Werk für die Leytonstone Station zu erstellen. Sie sind seit 3. Mai 2001 dort zu bewundern.

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-tottenham-court-road-1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-tottenham-court-road-1.jpg

Pop-Art an der Tottenham Court Road Station (Bilder oben)
Wer sich für Kunst interessiert, sollte unbedingt die Tottenham Court Road Station besuchen. In den 80er-Jahren erhielt der weltberühmte schottische Pop-Art-Künstler Eduardo Paolozzi den Auftrag, Tausende von Quadratmetern mit bunten Mosaiken zu schmücken. Sie spiegeln das kulturelle Leben über der Station wieder, von den Jazzclubs von Soho bis hin zu den Schätzen des Britischen Museums.

Zeitgenössische Architektur
Die Entwicklung ist aber natürlich nicht stehen geblieben. Auch zeitgenössische Architekten wie Michael Hopkins (Westminster Station), der allgegenwärtige Norman Foster (Canary Wharf Station) und Richard MacCormac (Southwark Station) konnten sich anlässlich der Erweiterung der Jubilee Line mit den Herausforderungen des U-Bahnhof-Baus beschäftigen und dem U-Bahn-Netz ihren Stempel aufdrücken. Michael Hopkins schuf mit der Westminster Station unter dem ebenfalls von ihm für das britische Parlament entworfenen Portcullis House ein futuristisch anmutendes Gebilde aus Beton und Stahl. Canary Wharf Station ist durch die gewölbten Überdachungen der beiden Eingänge im Osten und Westen sofort zu erkennen. Das Innere ist riesig und wird oft mit einer Kathedrale verglichen. MacCormac hingegen bezog sich interessanterweise bei der Gestaltung von Southwark Station ausdrücklich auf den genialen preußischen Baumeister und Architekten Karl Friedrich Schinkel.

Wer die Stationen einmal abfahren möchte, ist mit dem London Pass gut bedient. Einmal zahlen, alles besichtigen: www.londonpass.de 

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-westminster-1.jpg
http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-westminster-2.jpg

http://www.architekturzeitung.com/azbilder/2015/1502/london-underground-westminster-3.jpg

Ergebnisse des Realisierungswettbewerb JUNG Gründervilla

Ergebnisse des Realisierungswettbewerb JUNG Gründervilla

Für den Umbau und die Erweiterung der Villa des Firmengründers Albrecht Jung in Schalksmühle lobte das Unternehmen JUNG Anfang 2017 den offenen, einphasigen, hochbaulichen Realisierungswettbewerb für junge Architekturbüros aus. Jetzt wählte die Fachjury unter Vorsitz von Prof. Michael Schumacher aus...

Villa Waldried von Marazzi + Paul

Villa Waldried von Marazzi + Paul

Die 1942 erbaute Villa Waldried präsentiert sich nach dem Umbau der Architekten Marazzi + Paulmit einer umgestalteten Gebäudehülle, einer optimierten Grundrissorganisation und erweiterten Raumlandschaft. Die Renovierungsmassnahmen umfassen neben der Umgestaltung der Gebäudehülle auch die Transformat...

Hydro-Aluminiumwerk in Grevenbroich von pbr

Hydro-Aluminiumwerk in Grevenbroich von pbr

Industrie 4.0 steht für digitale Produktion und moderne Technologien. Zunehmend wird just in time gefertigt und ebenso sollen die erforderlichen Produktionsstätten in immer kürzeren Zyklen entstehen. So auch auf dem Grevenbroicher Werkgelände von Hydro, einem der führenden Aluminiumkonzerne in Europ...

Weitere Artikel:

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Besondere Architektur funktioniert auch horizontal. Das beweist der visuell und funktional beeindruckende Groundscraper »5 Broadgate« im Londoner Finanzviertel. Der stahlummantelte »Zylinderblock« aus der Feder von Make Architects ist zwar nur 13 Stockwerke hoch, deckt aber allein auf seinen vier Tr...

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Rund 2.790 Quadratmeter Isolierglas wurden für die Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas an Ort und Stelle kalt gebogen und in Aluminiumrahmen montiert. Das Kaltbiegeverfahren war zusammen mit der hochautomatisierten Fertigung der IG-Einheiten der Garant dafür, dass das größte Projekt, das jem...

Simsala BIM

Simsala BIM

Building Information Modeling (BIM) ist keine Hexerei – aber ein ernst zu nehmender Meilenstein für die gesamte Architektur- und Baubranche. Der smarte Prozess mit den fünf Dimensionen nimmt gerade richtig Fahrt auf und ist bald nicht mehr wegzudenken aus der täglichen Arbeit der Architekten und Pla...

Weitere Artikel:
Anzeige AZ-C1-300x250 GDC

AZ Newsletter

Ihre E-Mail
 Anmelden  Abmelden

Der Newsletter der AZ/Architekturzeitung ist kostenlos und kann jederzeit unkompliziert abbestellt werden.

Fachwissen | Architekten + Planer

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Glasfassade des Groundscraper 5 Broadgate

Besondere Architektur funktioniert auch horizontal. Das beweist der visuell und funktional beeindruckende Groundscraper »5 Broadgate« im Londoner Finanzviertel. Der stahl...

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas

Rund 2.790 Quadratmeter Isolierglas wurden für die Glasfassade der T-Mobile Arena in Las Vegas an Ort und Stelle kalt gebogen und in Aluminiumrahmen montiert. Das Kaltbie...

Simsala BIM

Simsala BIM

Building Information Modeling (BIM) ist keine Hexerei – aber ein ernst zu nehmender Meilenstein für die gesamte Architektur- und Baubranche. Der smarte Prozess mit den fü...

Smart aufgestockt

Smart aufgestockt

Schlanke 60 Millimeter misst die Standarddämmstärke bei vielen weitläufigen Flachdächern. Für die Montage der Dachgully-Aufstockelemente ist eine höhenreduzierte Einbauhi...

Sensible Architektur – Neubau des Krematoriums St. Gallen

Sensible Architektur – Neubau des Krematoriums St. Gallen

Krematorien empfangen Besucher in einem Zustand emotionaler Anspannung, weshalb der Architektur dieser Gebäude eine schwierige Aufgabe zuteil wird. So sollte sie Sicherhe...

Heiz-Kühlelemente in einer Kirche in Hannover

Heiz-Kühlelemente in einer Kirche in Hannover

Die Evangelisch-reformierte Kirche in Hannover erhielt für den Gottesdienstraum eine Heiz-Kühldecke in Form eines Deckensegels. Dabei waren die besonderen Gegebenheiten d...

Modernisierung des Pariser Louvre

Modernisierung des Pariser Louvre

Im Rahmen des Pyramid Project, wurde der Empfangsbereich des Louvre unterhalb der Pyramide in den Jahren 2014 bis 2016 umfangreich neu gestaltet. Die 1989 eröffnete Pyram...

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Lösung für Kostenplanung, BIM und Abrechnung

Die mit dem BIM-Prozess verbundene Digitalisierung von Planen und Bauen kann zu einer erheblichen Steigerung der Wirtschaftlichkeit führen. Besonders im Bereich Kostenpla...

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Quantensprung in der Dämmtechnik mit Glas

Die neue Isolierglas-Produktlinie »sedak isomax« hat einen U-Wert bis 0,23 W/m²K. Die Zweifach- oder Dreifach-Gläser gibt es in den für den Hersteller typischen Überforma...

Modulares Oberlicht-System in einer schwedischen Berufsschule

Modulares Oberlicht-System in einer schwedischen Berufsschule

Nicht nur manche Schüler, auch das Schulgebäude des schwedischen Sågbäcksgymnasiet musste lange Zeit mit einem »Ungenügend« beurteilt werden: Dunkle Gänge, graue Wände un...

Weitere Artikel:


Anzeige AZ-D1-300x600 R7

Wenn Sie die AZ/Architekturzeitung lesen, erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. Datenschutzhinweis.

Dieses Fenster entfernen.