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Mi, Okt

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nps tchoban voss: Bethanien-Höfe Eppendorf in Hamburg

Projekte (d)

In Hamburg-Eppendorf hat die Bethanien Diakonissen-Stiftung auf dem Grundstück ihres ehemaligen Mutterhauses einen neuen diakonischen Gebäudekomplex - die Bethanien-Höfe Eppendorf - errichtet. Das Gebäudeensemble aus drei Baukörpern mit vier bis sechs Vollgeschossen gruppiert sich um drei Höfe unterschiedlicher Funktion. Die Bruttogrundfläche der Anlage beträgt ca. 16.650 Quadratmeter. Mit dem Neubau entstanden nicht nur Wohnräume für die Diakonissen sowie Gemeinderäume für die evangelisch-methodistische Gemeinde Bethanien – in einem eigenen Gebäudeteil sind ebenso ein modernes Pflegeheim mit 123 Plätzen in neun Wohngruppen sowie 68 Wohnungen für Betreutes Wohnen errichtet worden. Im Gebäude befinden sich ein öffentlich nutzbares Restaurant und vermietbare Flächen für eine Praxis- oder Büronutzung.

Das Grundstück wird von der Martini-, Tarpenbek- sowie Frickestraße begrenzt. Der Hauptzugang, die Tiefgaragen-Ein- und -Ausfahrt sowie der Wirtschaftshof liegen an der Martinistraße. Ein weiterer Eingang zum Betreuten Wohnen befindet sich an der Frickestraße. Für das Betreute Wohnen wurden in einer überschaubaren Anlage großzügige 2- und 3-Zimmer-Wohnungen mit Größen zwischen 59 Quadratmeter und 81 Quadratmeter errichtet. Alle Wohnungen bieten ein umfangreiches Serviceangebot als Basis für ein eigenständiges Leben im Alter, sind barrierefrei und weisen – je nach Lage – einen Balkon, einen verglasten Freisitz oder eine Terrasse auf. Zusätzlich zu den Wohnungen verfügt das Gebäude auch über einen Gemeinschaftsraum mit Kamin sowie einen Wellnessbereich mit Schwimmbad, Sauna und Fitnessbereich. Die 123 vollstationären Plätze des Pflegeheims sind in neun Wohngruppen, jeweils mit eigenem Gemeinschaftsraum und eigener Küche, aufgeteilt. Das erste Obergeschoss nimmt einen beschützten Bereich für Menschen mit Demenz auf.

Die Architektur des Gesamtensembles orientiert sich an der Umgebungsbebauung, ohne sie zu imitieren. Das dominierende Material der Fassade ist das rotbraune Klinker-Sichtmauerwerk mit feiner Farbnuancierung. Die Fassade stellt damit eine Verlinkung zu den Bestandsbauten im näheren Umfeld her, insbesondere zu dem gegenüberliegenden denkmalgeschützten ehemaligen Bethanien-Krankenhaus. Gleichzeitig verweisen die Architekten mittels der Ziegelsteinverkleidung auf das ursprünglich an diesem Standort errichtete Mutterhaus des Schwesternheim Bethanien. Auf eine farbliche Differenzierung der einzelnen Gebäudeteile wurde bewusst verzichtet, um den inhaltlichen Zusammenhalt der Anlage auch formal zu stärken.

Der eingeschossige Sockelbereich verbindet das gesamte Ensemble miteinander und erhält mit seinen öffentlichen Funktionen eine gestalterische Sonderstellung, die gleichzeitig den privaten Charakter der Obergeschosse unterstreicht. Der Baukörper weist damit eine klare architektonische und nutzungsbezogene Lesbarkeit auf. Eine weitere Besonderheit der Anlage stellt der Wandelgang des Begegnungshofes dar: In Anlehnung an das architektonische Thema des Kreuzganges entfaltet sich dort, im Zentrum der Anlage, ein Rhythmus aus hellen Rundstützen in Sichtbeton. Als Basis dient eine ebenfalls in Sichtbeton hergestellte umlaufende Bank mit Sitzfläche aus Holz. Das Kapitell bilden wellenförmig alternierende Träger, die zum einen das formale Thema der Vorbauten der Straßenfassaden nach innen tragen, zum anderen einen typologischen Bezug zum Kreuzgang herstellen.

Die Bethanien-Höfe Eppendorf sind ein Gemeinschaftsprojekt der Bethanien Diakonissen-Stiftung und der Agaplesion Bethanien Diakonie, die sich dafür engagieren, ein „Zuhause in christlicher Geborgenheit“ zu ermöglichen. Sie stehen in der Tradition der Bethanien-Schwestern, die seit 140 Jahren diakonisch tätig sind – seit 1893 auch in Hamburg-Eppendorf. Am 7. September 2015 wurden die Bethanien-Höfe offiziell eröffnet.

nps tchoban voss, www.npstv.de

Pflegeheim und Betreutes Wohnen, Martinistraße 41-49, 20251 Hamburg
Auftraggeber: Bethanien Diakonissen-Stiftung, 60599 Frankfurt am Main

BGF: 17.375m² (oberirdisch), 22.440m² (inkl. TG)
Fertigstellung: August 2015
Leistungsphasen: 1-5

Projektpartner: Ass. Partner: Stefan Niemöller
Projektleiter: (Christoph Niethammer bis LP4), Beate Schonlau
Landschaftsarchitekten: Bis LP 4: Coqui Malachowska Coqui, Berlin; Ab LP 5: GHP Landschaftsarchitekten, Hamburg
Statik: Ingenieurbüro Schaller, Bremen
Haustechnik: Bis LP 4: F&P Consult, Berlin; Ab LP 5: IGH-Haustechnik GmbH, Garbsen

Bilder: Daniel Sumesgutner, www.sumesgutner.de

 


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