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27
Mai

Fugenlose Kante: Möbelbranche wagt den Kantensprung

Fachartikel

Eine der größten Herausforderungen bei der Produktion hochwertiger Möbelplatten ist die sichere Verarbeitung der Kanten. Das Hauptproblem hierbei ist die Kantennaht.

Möbelkanten werden in Kantenanleim-Maschinen nach dem Klebstoffauftrag an die Möbelplatte gefügt. Die Verarbeitung mit diesem Verfahren erzeugt immer eine mehr oder weniger sichtbare Nahtstelle zwischen Platte und Furniermittel und führt früher oder später zum unerwünschten Nachdunkeln der Klebefuge.

Zudem führt der Auftrag von Klebemittel unweigerlich zu kleinen Unebenheiten der Kante. Bei Einsatz von minderwertigen Klebestoffen ist sogar das spätere Abblättern des Furniers möglich. Um diesen Makeln Abhilfe zu schaffen, entwickelte man neue Fertigungsverfahren, die unter anderem moderne Lasertechnik einsetzen.

Die Technik
Ziel ist es also eine optische Nullfuge zwischen Kante und Platte zu erzeugen und auf Klebemittel zu verzichten. Die Antwort darauf ist die Laserkante.
Bei diesem innovativen Verfahren wird die übliche Verleimungsmaschine in der Fertigungsanlage durch einen hocheffizienten Laser ersetzt. Das Verbinden von Platte und Kante erfolgt dabei mit einem zielgerichteten Laserstrahl, der oszillierend eine hauchdünne Funktionsschicht der Kante reaktiviert. Im Anschluss wird diese direkt auf das Werkstück gepresst, so dass diese dauerhaft miteinander verschmelzen. Die Lasertechnologie eröffnet dabei Potentiale im Prozess der Kantenverarbeitung und schafft somit ein qualitativ hochwertiges Produkt, das neue Maßstäbe in Sachen Qualität und Design setzt.

Dieser Qualitätssprung ist auch für Ungeübte mit bloßem Auge sichtbar. Besser gesagt unsichtbar, denn eine Fuge zwischen Plattendeckschicht und Kante ist auf diese Weise nicht mehr auszumachen.

Laserkante auch ökologisch sinnvoll
Neben dem Qualitätsgewinn entlastet die neue Lasertechnologie durch fertigungstechnische Optimierung der Kantenbearbeitung nachhaltig die Umwelt. Neben dem Kleber kann auch auf andere umwelttechnisch bedenkliche Trenn- und Reinigungsmittel verzichtet werden. Dadurch sinken nicht nur die Materialverbräuche sondern es fallen auch nur noch sortenreine Reste zur umweltfreundlichen Entsorgung an.

Das Laserverfahren arbeitet sogar äußerst energiesparend und verbraucht deutlich weniger Energie als eine Maschine, bei der der Kleber stets heiß gehalten werden muss.

Durch diesen effizienteren Ressourceneinsatz tun Hersteller wie Palmberg nicht nur der Umwelt einen Gefallen sondern machen die Rüstkosten für die Lasertechnologie wett und somit das neue Angebot auch bezahlbar für den Endkunden.

Deutliche Steigerung der Qualität und Langlebigkeit
Abgesehen von der optischen Komponente hat die Laserkante noch mehr zu bieten:
Beispielsweise steigen Widerstandsfähigkeit und Gebrauchstüchtigkeit des Möbelteils signifikant, da kein Schmutz und keine Feuchtigkeit in das Plattenmaterial über die Fuge eindringen kann. Auch die Hitzebeständigkeit wird gesteigert, da kein Klebemittel verwendet wird, dass sich bei erhöhter Temperatur verflüssigen könnte. Alterungs- und Abnutzungserscheinungen des Möbelteils werden so drastisch vermindert.

Herkömmliche Möbelkante
Herkömmliche Möbelkante

Nebst diesen ergeben sich auch in puncto Design Vorteile. So gibt es hinsichtlich der Farb- und Dekorpalette in Abstimmung der Säume der Einrichtungsgegenstände keinerlei Einschränkungen mehr.

Während manche Fachhändler noch die Entwicklung der neuen Technologie abwarten wollen ist man sich bei der SHB Objektdesign GmbH sicher, dass die Laserkante ein großer Schritt vorwärts ist was die Qualität von Möbelstücken angeht. Die Argumente für die Laserkante liegen klar auf der Hand: längere Lebensdauer, bessere Widerstandfähigkeit sowie eine allgemeine Qualitätssteigerung sprechen für sich.

Fazit
Zwar gibt es mittlerweile auch alternative Techniken zur Kantenverarbeitung, wie z.B. die Plasmatechnologie, die ähnliche Ergebnisse verspricht, doch die Richtung ist klar. Egal welche technischen Verfahren letztendlich die Nullfuge erzeugen, der Phoenix ist aus dem Ei: Immer mehr Hersteller folgen dem Beispiel und bieten zukünftig ebenfalls Möbelstücke, die dieses besondere Merkmal aufweisen. Auch Verbraucher wollen diese Innovation wegen der offensichtlichen Vorteile nicht mehr missen und dürften sich mit der Verbreitung der Technologie auch an einer Verbesserung des Preis- Leistungsverhältnisses erfreuen.

 


Das riesige Dach der hochmodernen Müllverbrennungsanlage Amager Ressource Center in Kopenhagen bietet wertvolle Freizeit- und Erholungsfläche. Quelle: Ehrhorn Hummerston

Dach

Wärmelandschaft Carbo e-Therm. Bild: FutureCarbon GmbH, MaxAlex – stock.adobe.com

Gebäudetechnik

Bild: Visualisierung: Unnewehr Packbauer Architekten / grauwald studio

Projekte (d)

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