21
Sep

Smarter bauen mit ConTechs

Fachartikel

 

Die momentane Digitalisierungswelle, ausgelöst durch die Corona-Pandemie, macht auch in der Bauindustrie nicht halt. Hier kommen in den nächsten Jahren fast schon revolutionäre neue Technologien auf die Branche zu. Ganz vorne dabei sind dabei Property Technologies (PropTechs) und Construction Technologies (ConTechs). Doch wie genau können diese das Bauwesen beeinflussen?

Digitale Lösungen, welche die Arbeitsmethoden vereinfachen, werden in jeder Branche immer beliebter. Besonders in der Bauindustrie gibt es aber ein besonders großes Potenzial, welches bisher nur teilweise genutzt wird. Denn die Branche agiert traditionell sehr analog. Erst in den letzten Jahren sind viele Start-ups entstanden, die die Digitalisierungslücke im Bausektor für neuartige Produkte nutzen wollen. Teilweise konnten sich die jungen Unternehmen mit beeindruckenden Softwarelösungen im Markt etablieren, welche vor einigen Jahrzehnten noch nicht einmal denkbar gewesen wären.

PropTechs und ConTechs – was ist der Unterschied?

Wenn digitale Systeme und Programme in Verbindung mit der Baubranche genannt werden, ist oftmals die Rede von Property Technology und Construction Technologie. PropTechs fokussieren sich auf den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes. Dazu gehören digitale Lösungen in der Finanzierung, Realisierung, dem Betrieb und auch dem Abriss eines Bauobjekts. ConTechs umfassen lediglich die neun Bauphasen, von der Planung, über die Vergabe bis hin zur Betreuung.  Für jede Phase gibt es individuelle Lösungen, welche teilweise auch phasenübergreifend funktionieren und eingesetzt werden können. Im Idealfall entsteht so eine Konnektivität zwischen allen Bauschritten, wodurch die gesamte Wertschöpfungskette verknüpft werden kann.

Durch diese neuartigen Lösungen kann beispielsweise ein Bauingenieur Aufgaben wie Raumplanung oder das Anfertigen technischer Zeichnungen bequem von unterwegs erledigen. Doch neben der Flexibilität digitaler Anwendungen sind vor allem die Vereinfachung komplizierter Prozesse durch z.B. KI oder Echtzeit-Berechnungen, sowie das enorme Potenzial für eine bessere Zusammenarbeit von Bedeutung.

Viele Lösungen für ein Problem

Schon jetzt gibt es eine Vielzahl von ConTechs, welche sich auf dem Markt für digitale Systeme in der Bauindustrie tummeln. Internationale und nationale Anbieter mit den unterschiedlichsten Lösungen buhlen um die Gunst des potenziellen Kunden. Durch die vielen Angebote herrscht eine gewisse Konkurrenz, die die Hersteller dazu zwingt, immer bessere Produkte zu entwickeln. Doch für den Kunden ist es die Qual der Wahl.

Dies ist bereits in der analogen Baubranche ein Problem. Denn für ein Bauprojekt müssen die unterschiedlichsten Industrien zusammenarbeiten: Fundamente, Rohbau und Dach werden oft von verschiedenen Betrieben übernommen. Hinzu kommen Maler, Schreiner, Fliesenleger, Elektriker und Brandschutzbeauftragte. Je nach Größe des Projektes gibt es zudem noch Architekten, Bauingenieure und diverse Sonderfachleute. Um das Projekt zum Erfolg zu führen, müssen alle Arbeitskräfte möglichst effektiv zusammenarbeiten. Ein Fehler in einem Bereich kann sich auf alle anderen Bereiche auswirken. Damit dies nicht passiert, gibt es eigentlich die Digitalisierung.

Schnittstellenschaffung fast unmöglich

Die etlichen ConTechs, welche bereits auf dem Markt sind, stellen größtenteils nur Lösungen für eine bestimmte Branche her. Eine Interoperabilität zwischen den einzelnen Programmen ist oftmals nicht vorhanden. Dies führt dazu, dass die einzelnen Bereiche sowohl analog als auch digital nur sehr mühsam miteinander arbeiten können. Die Vorteile der Digitalisierung werden hierbei also kaum genutzt. Die Gründe für fehlende Schnittstellen sind vielfältig. Zum einen sind noch immer digitale Lösungen aus den frühen 2000ern in Verwendung und wurden bisher nicht ersetzt. Dies liegt auch daran, dass sich viele Unternehmen seitdem nicht weiter digitalisiert haben. Hinzu kommt, dass weitverbreitete Programme von großen Anbietern oftmals aus Konkurrenzgründen nicht mit anderen kompatibel sind. Viele, sehr spezifische Nischensoftware hat zudem oftmals keinen Grund zusätzliche Entwicklungskosten für universelle Schnittstellen aufzubringen.

Plattformen als kombinierte Gesamtlösung

Um dieses Problem zu vermeiden, wird bei vielen Projekten mittlerweile auf digitale Plattformen gesetzt. Durch diese kann ein branchenübergreifendes Ökosystem für alle Projektbeteiligten geschaffen werden, in welchem die gesamte Wertschöpfungskette vereint ist. Durch die Kombination von interdisziplinären Daten können zudem künstliche Intelligenz und Machine Learning ihr ganzes Potenzial entfalten. Da alle Bauphasen an einem Ort vereint sind, können alle Projektmitglieder zudem zentral auf alle benötigten Informationen zugreifen und diese miteinander austauschen. Building Information Modelling (BIM) kann als ergänzende digitale Lösung verwendet werden, um Planung, Bau und Bewirtschaftung eines Gebäudes mithilfe von Software zu vernetzen. Dadurch ist immer nachvollziehbar wie weit welcher Bereich ist, was genau benötigt wird und wo es zu Verzögerungen kommt. Der gesamte Bauprozess kann dadurch optimiert werden, um möglichst fehlerfrei und ressourceneffizient abzulaufen.

Industrie 4.0 ist noch in der Umsetzung

Um Plattformen noch effektiver zu gestalten sind auf lange Zeit aber bessere Schnittstellen für die zahlreichen verfügbaren digitalen Lösungen nötig. Die umfassende Digitalisierung der gesamten Branche ist hier von Vorteil: denn, wenn PropTechs und ConTechs keine Nischenprodukte mehr sind, sind IT-Dienstleister dazu gezwungen nutzerfreundlichere, bedürfnisorientierte Produkte zu entwickeln. In Zukunft sollten daher mehr Programme auf standardisierte Dateiformate und Interoperabilität setzen. Auch Cloud-basiertes Arbeiten, sogenanntes Cloud-Computing, zum Sparen von Speicherplatz und einfacheren Informationsaustausch sollte bald weit verbreitet sein. Denn ConTechs sind bereits ein fester Bestandteil der Baubranche und führen dort zu mehr Effizienz, höherer Produktivität und einer geringeren Fehlerquote dank Prozessoptimierung und Automatisierung. Dies führt langwierig zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Bauphasen und Baubereichen, wodurch Projekte in Zukunft schneller und besser umgesetzt werden können.


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